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4. Semester | Projekt: Kulturbaukonzept | 2022

Galeriehaus Hohe Pappeln
Anker 1

Prof. Daniel Reisch, Prof. Thomas Bochmann, Nghi-Lisa Vuong

Betreuung:

Van der Velde war als Gestalter in vielen Belangen seiner Zeit weit voraus. In seinen Bauten greift er bereits sehr früh Formen der modernen Industrie- ästhetik auf und überwindet den damals vorherrschenden Zierrat der Ornamentik. Aber auch gebäudestrukturell sind seine Arbeiten erstaunlich und verblüffen durch ihre Neuartigkeit. So versuchen sie schon zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt das Gebäude verstärkt nach rein funktionalen Gesichtspunkten zu organisieren. Aus diesem Ansatz heraus ist das Haus Hohe Pappeln vom Inneren heraus gedacht. Die Räume sind nach dem Lauf der Sonne angeordnet. Die äußere Gestalt nimmt auf das Innere stark Bezug und ist damit in erster Linie Abbild der internen Funktionsabläufe. Mit diesem Entwurfsansätzen bereitet Van der Velde durch sein Werk schon früh die Gedankenwelt der klassischen Moderne vor. Wirken die Bauten der Bauhauszeit und deren Nachfolger inzwischen in weiten Teilen in ihrem Funktionalismus erstarrt, verströmen die Arbeiten von Van der Velde heute wieder eine neue Frische. Diese macht es lohnenswert, sich auch jetzt noch genauer mit der Architektur Van der Veldes zu beschäftigen. Das ehemalige Wohngebäude in der Belvederer Allee wird schon längere Zeit als Museumsgebäude genutzt. Da im Inneren des Hauses zusätzliche Ausstellungsgegenstände die Wirkung des von Van der Velde angestrebten Gesamtkunstwerks wesentlich stören würden, soll im Garten der Anlage (dieser wurde ebenfalls von Van der Velde gestaltet) ein neues Galeriehaus mit zusätzlichen Ausstellungsflächen geplant werden.Die neuen Räume sollen insbesondere die Möglichkeit bieten, Wechselausstellungen im Kontext zu Van der Velde und der Moderne zu präsentieren. Im neuen Galeriehaus sollen vornehmlich Gemälde und Skulpturen ausgestellt werden. Es ist weniger von großformatigen Arbeiten auszugehen als vielmehr von kleinmaßstäblichen Werken, die der Arbeitsweise Van der Veldes entsprechen. Bei der Konzeption des zu planenden Gebäudes ist die Einzigartigkeit des Gartens und des Ortes ein wichtiger Ansatzpunkt, den es zu berücksichtigen gilt.
Bildergalerie
Ludwig Mayr

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Christina Stuckenberg

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